Ernste Zeit – Vereinszeit

 

 

Grosse Herausforderungen und der Wert von vorausschauenden Lösungen


Bern/Emmenbrücke, 02. April 2020

Die aktuelle Situation konfrontiert uns privat und beruflich mit den unterschiedlichsten Herausforderungen. Kinder, die plötzlich 7x24h zu Hause sind, Vereinsanlässe die abgesagt oder verschoben werden müssen und berufliche Verpflichtungen müssen wenn möglich gleichzeitig aus dem Home-Office unter einen Hut gebracht werden.  

Diese Situation zu meistern ohne den längerfristigen Planungshorizont aus den Augen zu verlieren ist aber vielleicht die noch grössere Aufgabe. Ungeachtet der aktuellen Situation kommen nämlich die Pendenzen der zweiten Jahreshälfte, Vereinsanlässe im nächsten Jahr und das Tagesgeschäft im Büro näher. Es ist deshalb wichtig, Lösungen zu suchen, die sich auch längerfristig auszahlen.

Noch vor wenigen Jahren stellte uns der bitter nötige Ersatz der maroden IT-Infrastruktur vor eine scheinbar unüberwindbare Herausforderung. Zusammen mit dem damaligen Zentralvorstand musste mein Vorgänger in kürzester Zeit eine Lösung finden, die auch längerfristig Früchte tragen sollte. Finanziert wurde dies durch die Sammelaktion «IT-Power».

Heute steht eine moderne IT-Lösung zur Verfügung, die es dem ganzen Team der Geschäftsstelle ermöglicht, uneingeschränkt im Home-Office per Mail und Telefon wie üblich erreichbar zu sein. Niemand hat sich damals ausgemalt, dass sich die Investition so schnell auszahlen würde. Dank der solidarischen Spenden vor zwei Jahren und der weitsichtigen Investition verfügen wir über die technisch neusten Hilfsmittel. Dadurch können wir in der Corona-Krise genau so effizient wie bisher weiterarbeiten und unseren Mitgliedern in dieser schwierigen Zeit mit Rat und Tat zur Seite stehen. Und wenn wir jetzt überlegt handeln, gelingt es, Lösungen zu finden, welche uns die Arbeit während der nächsten herausfordernden Situation erleichtern.

Wenn du Anliegen oder Fragen hast, dann wende dich auch weiterhin an uns. Das Team der sucht mit dir nach Lösungen und steht deinem Verein auch in dieser ungewöhnlichen Situation zur Seite.


Vereinsmitglieder tragen einander, egal wie erfolgreich oder nicht

Rothenburg, 30.03.2020

Grosse Sportevents wie die Olympischen Spiele in Rio oder die Fussball-Weltmeisterschaft sind uns in bester Erinnerung Es wurde mit Leidenschaft gekämpft, gepunktet, gefestet, gelacht - aber auch gelitten und geweint! Einige Protagonisten konnten ihrem Ruf gerecht werden, andere wiederum mussten tatenlos zusehen wie es ihre Kameraden mal mehr und mal weniger gut meisterten.

Auch wir können manchmal unsere Leistungen abrufen und manchmal nicht. Gehören wir beim Nichterreichen zu den Verlierern? Gibt es denn wirklich Gewinner und Verlierer? Sind nicht alle Gewinner, die an einem noch so kleinen Anlass teilnehmen? Verbinden diese Anlässe nur die Gewinner? Oder auch alle anderen, die Verlierer, die Helfer oder auch die Zuschauer?

Genau hier spielt ein Verein eine wichtige Rolle. Ein noch so kleiner Anlass bringt die Menschen zusammen, sie kämpfen zusammen, punkten zusammen, festen zusammen, leiden zusammen und weinen zusammen - sie tragen einander, egal wie erfolgreich oder nicht. Jeder ist ein Gewinner und darf auf sich stolz sein.

Ich ermuntere Euch, helft einander, seid euch momentan auch über die gebotene physische Distanz nahe und macht alle zu Gewinnern. Seid stolz auf Eure Leistungen - ob als Athlet, als Helfer oder „nur" als Fan.

Sportlich-leidenschaftliche Grüsse

Raphael Bühlmann, TSV Rothenburg


Anmerkung der Redaktion:
Raphael Bühlmann ist am 29. März 2020 neu in den Gemeinderat von Rothenburg gewählt worden. Die oben zitierten Gedanken stammen aus einem Vorwort der «TSV-News» und sind uns von Raffi auf unseren Wunsch zur Verfügung gestellt worden. Wir finden, sie passen gut in die aktuelle Zeit. Herzliche Gratulation zur Wahl, Raffi!


Jetzt kommt die soziale Komponente des Vereins zum Tragen


Hagendorn, 23.03.2020

Vielleicht geht es euch wie mir: immer wieder frage ich mich, ob ich denn träume. Wir befinden uns in einer Zeit, die Fragen auf-wirft, Rätsel stellt, Hypothesen aufbaut. Und sie führt uns über die Medien eindringliche Tatsachen vor Augen, die uns Angst machen. Wir sind in unseren Aktionsradien eingeschränkt, werden mit ungewöhnlich vielen ernsten Empfehlungen, eigentlich schon eher Geboten, konfrontiert und können als Laien kaum abschätzen, was dieser Weg für uns noch bereithält.

Ich bin in der glücklichen Lage, über den Gartenzaun in angemessener Distanz mit meinen Nachbarn zu reden. Das Paar im Haus neben uns zelebriert täglich um punkt 11h30 mit einem anderen Hausnachbarn von Balkon zu Balkon den Apero. Und eben hat ein kürzlich eingezogener junger Quartierbewohner angeboten, für uns einkaufen zu gehen, womit klar ist, dass auch ich zur Risikogruppe gehöre, obwohl ich mich gar nicht so fühle.

Wenn ich mir überlege, wie es all jenen zu Mute sein muss, die in engen Verhältnissen leben und mit all den Einschränkungen zurechtkommen müssen, orte ich ein grosses Potential an Frust, Unzufriedenheit und an Gefühlen der Ausweglosigkeit.

Gute Ratschläge, wie man mit solchen Situationen umgehen soll, können ja nützlich und manchmal sogar hilfreich sein. Aber sie ersetzen nicht den zwischenmenschlichen Kontakt. Und der, so scheint mir, ist aktuell wichtiger denn je.

Und daher haben wir, die Sport Union Schweiz mit ihren Regionalverbänden und Vereinen, eine Aufgabe, ja eine Verpflichtung nämlich: uns um unsere Mitglieder zu kümmern. Die Trainingsanlagen sind geschlossen. Die wöchentlichen Turnstunden fallen aus. Viele arbeiten von zu Hause aus. Ängste verschiedener Art beschleichen uns. Von einem Tag zum andern hat sich unser Tagesablauf grundlegend geändert.

Jetzt kommt die soziale Komponente des Vereins zur Geltung. Jetzt haben wir Gelegenheit, uns vom Fitnesscenter abzuheben. Jetzt ist der Kontakt untereinander wichtig.

Eine Nachfrage per Mail, ein Telefonat, ein aufmunternder Brief. Es ist wie bei der Nothilfe: wichtig ist, dass man etwas tut, für die Jüngeren und für die Älteren, denn von Covid-19 sind letzten Endes alle in irgendeiner Form betroffen.

Bemüht eure Fantasie. Sie schadet der Gesundheit nicht, im Gegenteil. Ich wünsche euch eine gute und vor allem gesunde Zeit.
Und was tut ihr im Umfeld eures Vereins? Ich freue mich auf eure guten Ideen, Fragen und Anregungen per

 

      


TSV Rohrdorf: «So schützen wir uns: Wir bleiben zu Hause»

Rohrdorf, 22.03.2020